Der Naturkindergarten im Krausnickpark
Der Naturkindergarten im Krausnickpark
Wir sind ein Eltern-Initativ-Kindergarten mit naturpädagogischem Ansatz und Montessori-Grundsätzen. Insgesamt 19 Kinder zwischen zwei Jahren und der Einschulung besuchen den Naturkindergarten.
Hier erleben die Kidner die Stadtnatur, die Jahreszeiten und viele Freiheiten, die Kinder anderswo in der Stadt nicht vorfinden. Unser Kindergartenalltag findet bei Wind und Wetter vorwiegend draußen im Park statt.
Da der größte Teil des Tages im wunderschönen Krausnickpark in Berlin-Mitte verbracht wird, ist es für den Naturkindergarten nicht möglich (und für die Kinder auch nicht sinnvoll), Kinder unter zwei Jahren aufzunehmen, weil der offene Raum, das gemeinsame Spiel in einer altersübergreifenden Gruppe und unter freiem Himmel eine gewisse körperliche Konstituion voraussetzt.
In der Regel ergibt sich dadurch eine Gruppenstruktur, bei der aus jedem Schuljahrgang vier Kinder im Naturkindergarten sind und wir bemühen uns, die Gruppen geschlechtlich ausgewogen zu besetzen. Durch Umzüge und Rückstellungen gibt auch immer etwas Veränderung und der Naturkindergarten kann auf solche Situationen flexibel reagieren.
Grundsätzlich unterscheiden im Kindergarten zwischen Waldkindern und Wiesenkindern:
Zwischen zwei und vier Jahren sind die Kinder Wiesenkinder – sie lernen mit der Eingewöhnung den Naturkindergarten und den Park kennen, haben längere Zeiten in unseren Innenräumen – auch für Mittagschlaf – und befinden sich in der Regel in unmittelbarer Umgebung unseres Erzieherinnen- und Erzieherteams.
Mit vier Jahren werden alle Kinder Waldkinder – sie nehmen dann am wöchentlichen Waldtag statt, für den die Kinder in Begleitung unserer Erzieherihnen und Erzieher mit der S-Bahn ins Grüne fahren, etwa in den Grunewald. Außerdem besuchen sie im Winterhalbjahr wöchentlich einen Töpferkurs im Kiez
Im Jahr vor der Einschulung beginnt für alle Kinder, die bald in die Schule kommen, dann die Vorschule, für die sich die Erzieherinnen und Erzieher ein- bis zweimal pro Woche Zeit nehmen, um die Vorschulkinder gut auf den Übergang in die Schule vorzubereiten – und um dem wachsenden Interesse der Kinder an Informationen gerecht zu werden.
Das Kindergartenjahr im Naturkindergarten ist durch viele gemeinsame Feste der Kinder und Eltern geprägt: Es gibt ein Sommerfest, bei dem die Schulkinder verabschiedet werden, im Herbst werden die neuen Kinder und Eltern bei einem Picknick begrüßt, es gibt einen gemeinsamen Laternenlauf und zu Beginn der Adventszeit das sogenannte Adventsgärtlein und kurz vor den Feiertagen außerdem eine Weihnachtsfeier.
… die Kinder erleben die Natur und die Jahreszeiten ganz unmittelbar, von Wasserspielen im Sommer, Rodeln bei Schnee bis zum Matsch an Regentagen
… der Park lädt zur Bewegung ein, viele Kinder lernen hier Roller- und Radfahren und balancieren und klettern gehört natürlich zum Alltag
… der Kindergarten bietet Freiräume für viele Bedürfnisse, man kann hier leicht laut sein, ohne zu stören und sich zurückziehen, wenn man Ruhe braucht
… als Elterninitative ist der Kindergarten ein Ort für ganze Familien und spinnt ein Netzwerk aus Vertrauen und Gemeinschaft um die Kinder
… der Krausnickpark ist ein Kleinod in Kiez, inmitten eines gründerzeitlichen Wohnblocks gelegen, nachts abgeschlossen und liebevoll gepflegt
… dadurch, dass die Kinder viel draußen sind, sind sie weniger empfindlich gegenüber nasskaltem Wetter und (zumindest subjektiv) weniger krank
… da der Elternverein Aufgaben im Kindergarten übernimmt, gibt es so gut wie keine Tage, an denen der Kindergarten wegen Krankheit schließen muss
DER PARK & DIE RÄUME
DER PARK & DIE RÄUME
Der Krausnickpark ist das Herz des Kindergartens. Hier verbringen die Kinder den Großteil ihres Tages. Der Park verfügt über zwei Spielplätze einen Hügel mit großer Liegewiese, Wege, Beete, einen Komposthaufen und viele verwilderte Ecken. Außerdem befindet sich auch unsere Holzwerkstatt in der Hütte dort.
Bei der Gestaltung und der Pflege des Parks werden die Kinder aktiv einbezogen, der Kindergarten pflegt eigene Beete, in denen Obst und Gemüse angebaut werden.
Der Park lädt zur Naturbeobachtung, zum Experimentieren und Sammeln von Schätzen ein – und natürlich zum Spielen und zu Bewegung.
Durch die Größe und »Wildheit« des Parks ist es vor allem für die älteren Kinder möglich, »unbeaufsichtigt« – also ohne dass die ErzieherInnen direkt daneben stehen – zu spielen. Dies ermöglicht ihnen, Freiräume zu erleben, welche Kinder in der Stadt sehr selten haben.
Der naturpädagogische Ansatz des Naturkindergartens spiegelt sich in unseren Räumlichkeiten wider.
Wir legen Wert darauf, dass Spiel-, Bastel- und Lernaterialien sowie Einrichtungsgegenstände aus natürlichen Materialien bestehen. Nachhaltigkeit und ressourcensparender Umgang mit Material, Einrichtung und Spielzeug soll den Kindern Umweltbewusstsein auch in den Räumen vermitteln.
Die Räume bieten eine ruhige und behagliche Atmosphäre, Platz zum Basteln und Malen, aber auch zum Lesen und Entspannen.
Wir achten bei der Gestaltung darauf, dass den Kinder ein selbständiges Handeln ermöglicht wird: dass Material für sie frei zugänglich ist, sowie dass sie zu allen Orten von Garderobe bis Toilette freien Zugang haben.
Bei der Raumgestaltung werden die Eltern gestalterisch und handwerklich miteinbezogen.
Unsere Erzieherinnen und Erzieher sind Begleiter und Wegbereiter, Ansprechpartnerinnen und Vertrauenspersonen der Kinder.
Unser pädagogisches Team besteht aus drei staatlich anerkannten ErzieherInnen – davon zwei mit naturpädagogischer Ausbildung – und einer Kinderpflegerin.
Die Kinder werden nach dem Grundsatz von Maria Montessori – »Hilf mir, es selbst zu tun« – in ihrem Handeln und Wirken unterstützt.
Die ErzieherInnen leben vor und regen die Kinder zum Nachahmen an. Sie begleiten und unterstützen auf Augenhöhe und nicht von oben herab. Der Lehrende ist dabei auch Lernender.
Die ErzieherInnen tragen die Verantwortung für die Art und Weise des Zusammenspiels und prägen die Atmosphäre durch ihre positive Verhaltensweisen, die wiederum von den Kindern aufgegriffen und nachgeahmt werden.
Die ErzieherInnen unterstützen und bestärken die Kinder in dem, was sie suchen und tun und geben dabei Hilfestellung; sie helfen, Schwierigkeiten zu überwinden, und einen eigenen Willen zu entwickeln, selbständig und verantwortlich zu denken und zu handeln.
Sie geben dem Kind Raum und Zeit, um eigene Entscheidungen zu finden; das heißt z. B. auch: die eigene Entscheidung zur Form- und Spielgebung fördern, keine »Bastelvorgaben« geben.
Die Eltern & der Verein
Die Eltern & der Verein
Unser Kindergarten ist eine Elterninitiative – die Eltern tragen Verantwortung in Verein und Alltag, übernehmen Ämter und Aufgaben vom Vorstand über die Finanzen, die Personalbetreuung und Elterndienste im Park, über Feste und handwerklichen Aufgaben bis hin zur Pflege von Park und Homepage.
Verbindlich für alle sind die zweimal im Jahr stattfindenden Aktiontage im Kindergarten und im Park, bei denen notwendige Renovierungen und Gartenarbeiten erledigt werden.
Ein intensiver Kontakt zwischen Eltern und ErzieherInnen ist wichtig, und Zeit für Einzelgespräche wird angeboten. In den regelmäßig vereinbarten Elterngesprächen geht es um die individuelle Entwicklung des Kindes und die aktuelle Situation zu Hause und in der Einrichtung. Daneben gibt es Tür-und-Angel-Gespräche.
Zweimal im Jahr lädt das pädagogische Team die Eltern zu einem Elternabend ein, an dem über aktuelle Fragen, Projekte im Kindergarten und geplante Aktionen informiert wird.
Der Verein lädt außerdem zweimal im Jahr zu einer Vereinssitzung, bei der Ämter vergeben, Aktionstage geplant und aktuelle Themen diskutiert werden können.
Als Kindergarten – die Kinder, Familien, Erzieherinnen und Erzieher – feiern wir über das Jahr eine Reihe von Festen. Im Frühsommer werden die Schulkinder verabschiedet, im Spätsommer die neuen Kindern und Eltern bei einem Picknick begrüßt, wir treffen uns zum Laternenlauf, zum Adventsgärtlein und einer Weihnachtsfeier.
Diese Feste sind ein wichtiger Bestandteil des Kindergartens, nicht nur, weil sich an diesen Tagen alle Familien treffen, sondern auch, weil die Feierlichkeiten den Zusammenhalt aller Eltern und Kinder stärkt und ein wichtiger Ausgleich zum manchmal eiligen Alltag sind.