Der Naturkindergarten im Krausnickpark
Der Naturkindergarten im Krausnickpark
Hier erleben die Kinder Stadtnatur, die Jahreszeiten und viele Freiheiten, die Kinder anderswo in der Stadt nicht vorfinden. Unser Kindergartenalltag findet bei Wind und Wetter vorwiegend draußen im Park statt.
Da der größte Teil des Tages im wunderschönen Krausnickpark in Berlin-Mitte verbracht wird, ist es für den Naturkindergarten nicht möglich und für die Kinder auch nicht sinnvoll, Kinder unter zwei Jahren aufzunehmen. Der offene Raum, das gemeinsame Spiel in einer altersübergreifenden Gruppe und unter freiem Himmel setzen eine gewisse körperliche Entwicklung voraus.
In der Regel sind aus jedem Schuljahrgang vier Kinder im Naturkindergarten. Wir bemühen uns, die Gruppe geschlechtlich ausgewogen zu besetzen. Durch Umzüge und Rückstellungen gibt es immer wieder Veränderungen, auf die der Naturkindergarten flexibel reagieren kann.
Grundsätzlich unterscheiden wir zwischen Wiesenkindern und Waldkindern:
Zwischen zwei und vier Jahren sind die Kinder Wiesenkinder. Sie lernen während der Eingewöhnung den Naturkindergarten und den Park kennen, verbringen längere Zeiten in unseren Innenräumen, auch für den Mittagsschlaf, und befinden sich in der Regel in unmittelbarer Umgebung unseres Erzieherinnen- und Erzieherteams.
Mit vier Jahren werden alle Kinder Waldkinder. Sie nehmen dann am wöchentlichen Waldtag teil, für den sie in Begleitung unserer Erzieherinnen und Erzieher mit der S-Bahn ins Grüne fahren, etwa in den Grunewald. Außerdem besuchen sie im Winterhalbjahr wöchentlich einen Töpferkurs im Kiez.
Im Jahr vor der Einschulung beginnt für alle Kinder die Vorschule. Dafür nehmen sich die Erzieherinnen und Erzieher ein- bis zweimal pro Woche Zeit, um die Vorschulkinder gut auf den Übergang in die Schule vorzubereiten und ihrem wachsenden Interesse an Informationen gerecht zu werden.
Das Kindergartenjahr im Naturkindergarten ist durch viele gemeinsame Feste der Kinder und Eltern geprägt. Es gibt ein Sommerfest, bei dem die Schulkinder verabschiedet werden. Im Herbst werden die neuen Kinder und Eltern bei einem Picknick begrüßt. Außerdem gibt es einen gemeinsamen Laternenlauf, zu Beginn der Adventszeit das sogenannte Adventsgärtlein und kurz vor den Feiertagen eine Weihnachtsfeier.
… die Kinder erleben Natur und Jahreszeiten ganz unmittelbar: Wasserspiele im Sommer, Rodeln bei Schnee und Matsch an Regentagen.
… der Park lädt zur Bewegung ein: Viele Kinder lernen hier Roller- und Radfahren, Balancieren und Klettern gehören zum Alltag.
… der Kindergarten bietet Freiräume für viele Bedürfnisse: Man kann hier laut sein, ohne zu stören, und sich zurückziehen, wenn man Ruhe braucht.
… als Eltern-Initiative ist der Kindergarten ein Ort für ganze Familien: Um die Kinder spinnt sich ein Netzwerk aus Vertrauen und Gemeinschaft.
… der Krausnickpark ist ein Kleinod im Kiez: mitten in einem gründerzeitlichen Wohnblock, nachts abgeschlossen und liebevoll gepflegt.
… viel Zeit draußen macht die Kinder wetterfest: Sie sind weniger empfindlich gegenüber nasskaltem Wetter und, zumindest subjektiv, weniger krank.
… der Elternverein übernimmt Aufgaben im Kindergarten: Deshalb gibt es so gut wie keine Tage, an denen der Kindergarten wegen Krankheit schließen muss.
DER PARK & DIE RÄUME
DER PARK & DIE RÄUME
Der Krausnickpark ist das Herz des Kindergartens. Hier verbringen die Kinder den Großteil ihres Tages. Der Park verfügt über zwei Spielplätze, einen Hügel mit großer Liegewiese, Wege, Beete, einen Komposthaufen und viele verwilderte Ecken. Auch unsere Holzwerkstatt befindet sich in einer Hütte im Park.
Bei der Gestaltung und Pflege des Parks werden die Kinder aktiv einbezogen. Der Kindergarten pflegt eigene Beete, in denen Obst und Gemüse angebaut werden.
Der Park lädt zur Naturbeobachtung, zum Experimentieren und zum Sammeln von Schätzen ein, aber natürlich auch zum Spielen und zur Bewegung.
Durch die Größe und „Wildheit“ des Parks können vor allem die älteren Kinder auch ohne direkte Aufsicht der Erzieherinnen und Erzieher spielen. So erleben sie Freiräume, die Kinder in der Stadt nur selten haben.
Der naturpädagogische Ansatz des Naturkindergartens spiegelt sich auch in unseren Räumlichkeiten wider.
Wir legen Wert darauf, dass Spiel-, Bastel- und Lernmaterialien sowie Einrichtungsgegenstände aus natürlichen Materialien bestehen. Nachhaltigkeit und ein ressourcensparender Umgang mit Material, Einrichtung und Spielzeug sollen den Kindern auch in den Räumen Umweltbewusstsein vermitteln.
Die Räume bieten eine ruhige und behagliche Atmosphäre, Platz zum Basteln und Malen, aber auch zum Lesen und Entspannen.
Bei der Gestaltung achten wir darauf, dass die Kinder selbstständig handeln können: Materialien sind frei zugänglich und alle Bereiche von der Garderobe bis zur Toilette können sie selbstständig erreichen.
Bei der Raumgestaltung werden die Eltern gestalterisch und handwerklich einbezogen.
Unsere Erzieherinnen und Erzieher sind Begleiter und Wegbereiter, Ansprechpartnerinnen und Vertrauenspersonen der Kinder.
Unser pädagogisches Team besteht aus drei staatlich anerkannten Erzieherinnen und Erziehern, davon zwei mit naturpädagogischer Ausbildung, und einer Kinderpflegerin.
Die Kinder werden nach dem Grundsatz von Maria Montessori, „Hilf mir, es selbst zu tun“, in ihrem Handeln und Wirken unterstützt.
Die Erzieherinnen und Erzieher machen vor und regen die Kinder zum Nachahmen an. Sie begleiten und unterstützen sie auf Augenhöhe und nicht von oben herab. Dabei ist der Lehrende auch Lernender.
Die Erzieherinnen und Erzieher tragen die Verantwortung für das Zusammenspiel in der Gruppe und prägen die Atmosphäre durch ihr positives Verhalten, das von den Kindern aufgegriffen und nachgeahmt wird.
Sie unterstützen und bestärken die Kinder in dem, was sie suchen und tun, geben Hilfestellung und helfen ihnen, Schwierigkeiten zu überwinden. Dabei fördern sie die Kinder darin, einen eigenen Willen zu entwickeln und selbstständig und verantwortlich zu denken und zu handeln.
Sie geben den Kindern Raum und Zeit für eigene Entscheidungen. Dazu gehört auch, ihnen die Entscheidung über Form und Gestaltung eines Spiels zu überlassen und keine „Bastelvorgaben“ zu machen.
Die Eltern & der Verein
Die Eltern & der Verein
Unser Kindergarten ist eine Elterninitiative. Die Eltern tragen Verantwortung in Verein und Alltag und übernehmen Ämter und Aufgaben: vom Vorstand über Finanzen und Personalbetreuung bis zu Elterndiensten im Park, Festen, handwerklichen Aufgaben sowie der Pflege von Park und Homepage.
Verbindlich für alle sind die zweimal im Jahr stattfindenden Aktionstage im Kindergarten und im Park. Dabei werden notwendige Renovierungen und Gartenarbeiten erledigt.
Ein intensiver Kontakt zwischen Eltern und Erzieherinnen und Erziehern ist uns wichtig. Zeit für Einzelgespräche wird angeboten. In den regelmäßig vereinbarten Elterngesprächen geht es um die individuelle Entwicklung des Kindes und die aktuelle Situation zu Hause und in der Einrichtung. Daneben gibt es Tür-und-Angel-Gespräche.
Zweimal im Jahr lädt das pädagogische Team die Eltern zu einem Elternabend ein. Dort geht es um aktuelle Fragen, Projekte im Kindergarten und geplante Aktionen.
Der Verein lädt außerdem zweimal im Jahr zu einer Vereinssitzung ein. Dort werden Ämter vergeben, Aktionstage geplant und aktuelle Themen diskutiert.
Als Kindergarten, also als Gemeinschaft aus Kindern, Familien sowie Erzieherinnen und Erziehern, feiern wir über das Jahr eine Reihe von Festen. Im Frühsommer werden die Schulkinder verabschiedet, im Spätsommer die neuen Kinder und Eltern bei einem Picknick begrüßt. Dazu kommen der Laternenlauf, das Adventsgärtlein und eine Weihnachtsfeier.
Diese Feste sind ein wichtiger Bestandteil des Kindergartenjahres. Sie bringen alle Familien zusammen, stärken den Zusammenhalt und sind ein schöner Ausgleich zum manchmal eiligen Alltag.